Bewegung und Gesunde Ernährung / PluspunktErnährung

Die Verbindung von Bewegung und Ernährung…..

Ernährung und Bewegung sind zwei der wichtigsten Bausteine für ein gesundes Leben. Ein Kind das sich viel bewegt, verbrennt hierbei Energie und Kraft, welche sie nur durch eine ausgewogene Ernährung wieder zu sich nehmen können. Die Ernährung ist grundlegend für Gesundheit und Wohlbefinden.  Das Ernährungsverhalten ist ein zentraler Bestandteil eines gesunden Lebensstils, es wird wesentlich in den ersten 10 Lebensjahren erlernt und gebildet. Hier ist für Kinder die Gemeinschaft und das Lernen am Modell sehr wichtig, also durch Beobachtung und Nachahmung. Was in der Gemeinschaft gegessen wird probieren die meisten Kinder aus.

Für uns als Bewegungskindergarten hat die gesunde Ernährung einen großen Stellenwert. Aus diesem Grund haben wir im April 2013 auch noch das Zertifikat mit dem Pluspunkt Ernährung erhalten.

11.1  Grundsätze der gesunden Ernährung in der Kindertageseinrichtung

In den ersten Lebensjahren wird ein Kind in seinem Ernährungsverhalten geprägt. Die Ernährung nimmt Einfluss auf die körperliche sowie geistige Entwicklung von Kindern. Kinder müssen frühzeitig an ein gesundes Ess- und Trinkverhalten herangeführt werden, um diese Entwicklung zu gewährleisten. Bereits im Kleinkindalter haben Kinder ein Sättigungsgefühl und können einschätzen ob sie satt oder hungrig sind. Gerade im Blick auf die Vorbeugung von Übergewicht ist es wichtig, dass die Eltern und Erzieher auf die Selbstregulation der Kinder vertrauen. Den Kindern Freude am Essen vermitteln, sei es durch die Hilfe beim Kochen, Säen und Ernten der Lebensmittel oder beim Decken des Tisches.

Es wird immer wichtiger den Kindern eine gesundheitsfördernde Lebensweise zu vermitteln. Dies gilt für das Elternhaus wie auch für den Kindergarten. Die gesunde Ernährung ist für eine solche Lebensweise notwendig, da diese den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Obst und Gemüse enthalten viele Vitamine und Ballaststoffe, Fleisch liefert Eisen, Fisch versorgt mit Jod und Wasser verteilt die lebensnotwendigen Stoffe im Körper und ist der wichtigste Bestandteil der Ernährung. Auf eine ausgewogene und somit gesunde Ernährung sollte nicht verzichtet werden, da die Ernährung auf die geistige und körperliche Entwicklung Einfluss hat.

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Durch das enge Zusammenspiel von Körper, Bewegung, Gesundheit und Ernährung ist eine Trennung weder möglich noch sinnvoll. Diese Bildungsbereiche sollen in den Alltag integriert sein, um Kindern Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden zu ermöglichen. Gesundheitsrisiken wie Diabetes, Störungen des Bewegungsapparates sowie Herz-und Kreislauferkrankungen gilt es auch durch gesunde Ernährung und Bewegung vorzubeugen.

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„Gesundheit ist kein Zustand, der vorhanden ist oder nicht, sondern eine Balance zwischen körperlichen und seelisch-geistigen Wohlbefinden, die im täglichen Leben immer wieder neu herzustellen ist.“
(Weltgesundheitsorganisation 1986)

11.2  Elternhaus und Kita Hand in Hand

11.2.1  Eltern und Erzieher als Vorbildfunktion

Die Eltern legen das Fundament für eine ausgewogene Ernährungsweise und vermitteln die ersten Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen rund ums Essen und Trinken. Sie prägen Einstellungen und Ernährungsgewohnheiten ihrer Kinder. Doch je früher und länger ein Kind in der Kindertagesstätte und je mehr Mahlzeiten es dort einnimmt, desto größer wird die Bedeutung der Erfahrungen in der Kindertagesstätte.

Die Kindertagesstätte – das „zweite Zuhause“ der Kinder – übernimmt damit einen wesentlichen Teil der Erziehungsaufgaben. Sie bietet sogar besonders gute Voraussetzungen für gesundheitsfördernde Maßnahmen. Das Vorschulalter ist ein idealer Zeitpunkt, um Kinder in ihrem Essverhalten positiv zu beeinflussen. Dabei ist der Einfluss der Erzieher/-innen aufgrund ihrer Vorbildfunktion besonders prägend. Die Gruppengröße und gemeinsame Mahlzeiten wirken als positive Verstärker für das, was die Kinder im Rahmen von ernährungserzieherischen Maßnahmen erleben und erfahren.
Um sich langfristig wohlfühlen zu können, sollten Kinder die Freude an einer gesunden Lebensweise so früh wie möglich für sich entdecken. Die richtige Ernährung ist hierfür eine wichtige Grundlage. Für uns (Kindertagesstätte) bedeutet das: in enger Abstimmung mit den Eltern günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Kindern eine optimale gesunde Ernährung ermöglichen – eine Partnerschaft für ein gesundes Aufwachsen „schaffen“. Gesundheitserhaltendes und  -förderndes Ernährungsverhalten bei Kindern kann nur aufgebaut werden und gefestigt werden, wenn Eltern und Tageseinrichtung „an einem Strang“ ziehen. Das setzt einen gegenseitigen Informationsaustausch und eine enge Zusammenarbeit voraus. Bereits beim Anmeldegespräch werden die Eltern informiert, welches Ernährungskonzept von unserer Kindertageseinrichtung praktiziert wird.

Folgende Punkte werden dabei angesprochen:

  • Welche Frühstücksform bieten wir an?
  • Wann sind Süßigkeiten okay?
  • Was gehört in die Frühstücksdose?
  • Welche Lebensmittel sind zum Mitbringen unerwünscht?
  • Was soll es zum gemeinsamen Frühstück geben?
  • Welche Getränke gibt es in der Kindertageseinrichtung?

11.2.2  Esskultur und Regeln

Das gemeinsame Essen und die Tischkultur eröffnen viele Bereiche, in der Kinder sich aktiv an der Nahrungszubereitung und die Gestaltung der Nahrungsaufnahme einbringen können. Damit beginnen sie früh, Verantwortung für das eigene Essverhalten zu übernehmen, und stärken ihre soziale Kompetenz. Sie erleben Selbstständigkeit, Mitbestimmung und Verantwortlichkeit und können so zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranreifen.

Kinder können zwar noch nicht generell wissen und einschätzen, was für sie gesund ist oder ihnen guttut, aber die kindliche Neugier ermöglicht einen umfassenden Zugang zur gesunden Esskultur.

Eltern und pädagogische Fachkräfte müssen daher vielfältige Nahrungsmittel anbieten, ihren gesundheitlichen Nutzen betonen und zu einer ausgewogenen Ernährung anleiten. Diese Ausgewogenheit und Vielfalt erarbeiten sich Kinder, wenn sie sich zunehmend selbstständig und verantwortungsvoll verschiedene Aufgaben bei der Nahrungszubereitung bzw. -aufnahme widmen können.

Die Kinder lernen Pflichten zu pflegen, Verantwortung zu übernehmen und sich an Regeln zu halten: sie achten auf hygienische Maßnahmen wie Hände waschen, decken den Tisch, gießen Getränke ein, teilen das Essen aus, räumen den Tisch ab und säubern ihn, spülen bzw. trocknen das Geschirr ab,…

Gemeinsame Mahlzeiten erfordern Rücksichtnahme auf andere und die Einhaltung von Regeln. Die Mahlzeiten in der Kindertagesstätte sind für die Kleinen aber auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Man geht nicht nur zu Tisch um etwas zu essen. Bei Tisch können die Kinder wunderbar Ereignisse besprechen, Pläne schmieden, Absprachen treffen, Informationen austauschen oder einfach nur Spaß haben. Das schafft eine angenehme Atmosphäre, die den Appetit der Kinder und den Genuss beim Essen steigert. Nicht umsonst wundern sich viele Eltern immer wieder, dass ihre Kinder in Gesellschaft mit anderen Kindern häufig mehr essen oder auch Neues ausprobieren. Werden dagegen die Mahlzeiten dagegen auf reine „Sättigung“ reduziert, kommen die für die Kinder wichtigen sozialen Funktionen zu kurz.

Nahrung ist eine Brücke zwischen Körper, Natur und Gesellschaft. Das gemeinschaftliche Miteinander und der Umgang mit unserer Esskultur stärken das Wir-Gefühl und die Selbstständigkeit der Kinder.

11.3.  Sinnes- und erlebnisorientierte Ernährungserziehung

Sich rundum wohl zu fühlen, gesund und fit sein, ist mit eine Frage der Ernährung. Nicht umsonst heißt es: „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen!“ Dabei geht es nicht nur darum, Hunger und Durst zu befriedigen und durch eine richtige Auswahl und Zubereitung der Lebensmittel den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Essen und Trinken ist auch ein Erlebnis für die Sinne und tut der Seele gut. Der Anblick eines schön gedeckten Tisches und einer schön angerichteten Mahlzeit, der leckere Duft und Geschmack der Speisen, das angenehme Gefühl im Mund und Bauch sowie das knackende und knisternde Geräusch im Ohr, wenn das Essen zerkaut und geschluckt wird: all dies spricht unsere Sinne an.

11.3.1  Sinnliche Wahrnehmung

Auch unsere Kinder hören beim Essen und Trinken nicht vornehmlich auf den Kopf, sondern auf ihr Gefühl. Das Essen muss appetitlich aussehen, lecker riechen, sich toll anfühlen und gut schmecken. Wenn man es verspeist hat, soll man sich rundum wohl fühlen. Ein ausgewogenes, vollwertiges Essen, das diese Anforderungen nicht erfüllt, kommt bei Kindern nicht gut an.
Kinder brauchen Spaß beim Essen, damit es ihnen schmeckt. Und Spaß machen gemeinsame Mahlzeiten, bei denen die Kinder miteinander reden, lachen, lauschen und genießen können, ein liebevoll gedeckter Tisch und eine harmonische Atmosphäre.
Kinder wollen selbständig werden und Aufgaben wie die „Großen“ erledigen. Jeder kleiner erfolgreicher Schritt in diese Richtung ist ein besonderes Erlebnis und motiviert zum Weiterlernen. Alle Handgriffe im Alltag wollen gelernt sein: mit dem Besteck richtig umgehen, Brot schmieren und belegen, Obst und Gemüse schneiden, eine kleine Mahlzeit zubereiten, beim Kochen und Backen, Tischdecken, Schmücken und Abräumen mithelfen, Getränke für sich und andere eingießen, sich selbst zum Essen die richtige Menge nehmen oder dem Tischnachbarn geben, Geschirr spülen, Müll entsorgen. Mit diesen und anderen Aufgaben lernen die Kinder für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Selbstwertgefühl und Sozialverhalten werden gefördert.

Kinder lernen mehr durch das, was sie selbst erleben und mit allen Sinnen erfahren, als durch die theoretische Vermittlung von Wissen.
So schmeckt eine Kartoffel ganz anders, wenn man sieht, wo sie wächst, sie selbst erntet und zubereitet, als wenn man sie als Kartoffelpüree serviert bekommt.
Wir streben eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise der Kinder an. Durch positive Erfahrungen und Erlebnisse mit Essen und Trinken kommen wir schneller zum Ziel als durch reine Wissensvermittlung.

11.3.2  Ernährungsbildung bei den Kindern

Aktivitäten zur Ernährungsbildung sollen keine einmaligen oder unregelmäßigen Ereignisse sein, sondern die Kinder durch ihr tägliches Leben begleiten.  Die Kinder kommen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Voraussetzungen zum Thema Ernährung zu uns in die Einrichtung. Aus diesem Grund bietet der Kindergartenalltag  vielfältige Möglichkeiten für sinnes-, erlebnis- und handlungsorientierte Ernährungserziehung, z.B. vor, während und nach den Mahlzeiten, beim Spielen, Vorlesen, Beten, Singen, Musizieren, Tanzen, Turnen, Spazierengehen, Malen, Basteln und Feste feiern. Nur  durch ganzheitliche Ernährungserziehung können die Kinder zu einer gesundheitsorientierten Ernährungsweise motiviert werden.

Auf dem Weg zu einer gesunden Ernährungserziehung sind uns folgende Themen sehr wichtig. Die Kinder erleben, erfahren und lernen

  • etwas über die Herkunft und Entstehung der wichtigsten Nahrungsmittel,
  • etwas über das Anbauen von Früchten, angefangen vom Pflanzen bis zum Ernten,
  • über unterschiedliche Lebensmittel und deren Besonderheiten,
  • etwas über das Zubereiten von Speisen und worauf es bei der Arbeit in der Küche ankommt,
  • wie unser Körper die Nahrung verarbeitet,
  • dass es gesunde und ungesunde Lebensmittel gibt,
  • dass nicht alle Menschen genug zu essen haben,
  • wie wichtig es ist, zu helfen und mit anderen zu teilen und vieles mehr.

Die Bildungsbereiche und die angestrebten Ziele gehen immer einher mit der Förderung von:

  • sozialer Kompetenz (Kommunikationsfähigkeit, Wertehaltung, Hilfsbereitschaft, Kooperationsbereitschaft, Verantwortungsübernahme)
  • personaler Kompetenz (Selbstwertgefühl, Selbständigkeit, Problemlösefähigkeit, Motivation und Ausdauer, Emotionalität)
  • methodische Kompetenz (Erkennen von Sinnzusammenhängen, Differenzierung von Wahrnehmungserfahrungen, Anwenden von Wissen, Fantasie und Kreativität).
11.3.3   Präsenz des Pluspunkt Ernährung in der Einrichtung

Beim Kennenlernen der Kindertageseinrichtung werden die Eltern durch das  pädagogische Konzept auf den Pluspunkt „gesunde Ernährung“ hingewiesen.
„Optische Signale“ verdeutlichen den Eltern und Kindern die Wichtigkeit der gesunden Ernährung. Im Eingangsbereich sowie den Gruppenräumen hängen  Collagen, Poster und die Ernährungspyramide aus, welche mit den Kindern zusammen erarbeitet, gestaltet und stets aktualisiert werden.

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Zudem stellt die Einrichtung den Eltern Literatur zur Verfügung. In einer kleinen „Leseecke“ oder durch das Ausleihen von Materialien haben die Eltern die Möglichkeit sich theoretisch oder praktisch mit dem Thema „gesunde Ernährung“ auseinander zu setzen. Kopien, Rezepte, welche z.B. bei einem gesunden Frühstück mit den Kindern zubereitet werden, liegen in der Garderobe zum Mitnehmen aus. Anregungen, Ideen oder Rezepte der Eltern werden hier ebenfalls berücksichtigt und gerne angenommen, wenn diese grundsätzlich zur ausgewogenen Ernährung beitragen. So erhalten noch unerfahrene Eltern die Möglichkeit, Neues auszuprobieren und „gesunde Rezepte“ zu sammeln, um diese mit ihren Kindern zu Hause zuzubereiten.

11.3.4  Elternarbeit zur Ernährungsausbildung

Um das Ernährungsverhalten der Kinder positiv zu gestalten, ist die Zusammenarbeit zwischen Kita und Eltern unerlässlich wie auch die gegenseitige Unterstützung äußerst wichtig ist, wobei die unterschiedlichen Kulturen der Familien hier mit berücksichtigt werden.
Das persönliche Gespräch, so wie auch schriftliche Informationen (welche knapp und dennoch detailliert sein sollten), sind elementarer Bestandteil und sollten den Eltern immer wieder zukommen.
In regelmäßigen Abständen werden Elternabende durchgeführt, in denen Theorie, aber vor allem auch die Praxis der „gesunden Ernährung“ vermittelt wird, zum Beispiel bei gemeinsamen Kochabenden, denn auch die Eltern sollten mit allen Sinnen genießen, von der gesunden, ausgewogenen Ernährung profitieren und (wenn notwendig) überzeugt werden.
Die Aktualisierung des Themas erfolgt durch regelmäßige Fortbildungen der Mitarbeiter, welche an die Eltern durch Elternbriefe wie auch Elternabende weitergegeben werden.
Darüber hinaus werden in regelmäßigen Abständen Ernährungsfachkräfte in die Einrichtung eingeladen, die den Familien alle Fragen zur Kinderernährung neutral und kompetent beantworten, wie auch eventuelle Unstimmigkeiten über die „richtige“ Kinderernährung beseitigen können.
Mit dem Qualitätsstandard liegen hier klare Vorlagen für die Auswahl der Lebensmittel und Getränke vor, was den Eltern als Hilfe und Anleitung dienen kann.
Unerlässlich ist die Kommunikation mit den Eltern und Angehörigen, hier soll das Interesse beziehungsweise der Kontakt zu den Eltern auf unterschiedliche Weise gesucht und gehalten werden, zum Beispiel durch:

  • Ein Elterncafé, in dem die Kinder für die Eltern backen.
  • „Geschmacksproben“ der Gerichte, welche von den Kindern in der Einrichtung zubereitet wurden, können von den Kindern mit nach Hause genommen werden.
  • Der Speiseplan der Mittagsmahlzeit sowie des Gesunden Frühstücks hängen in der Garderobe aus.
  • Die Eltern werden bei der Vorbereitung und Durchführung von Projekten und Aktionen zum Beispiel Sommerfest, Karneval, gesunde Woche usw. mit einbezogen.
  • An einer Pinnwand werden Informationen an die Eltern über Aktionen zum Thema „gesunde Ernährung“ vermittelt, diese wird mit Fotos, Plakaten, Rezepten usw. optisch interessant gestaltet und fortlaufend aktualisiert.
  • Wir sprechen die Eltern in der Bring- oder Abholphase direkt an, wenn es Fragen zum Ess- und Trinkverhalten des Kindes gibt. Ebenso sind die Mitarbeiter offen für Bitten oder Fragen der Eltern.
11.4  Unsere Kita als Lernort für Essen und Trinken

Fit von Kopf bis Fuß heißt, sich rundum wohl zu fühlen, gesund und beweglich  sein.  Dabei geht es nicht nur darum, Hunger und Durst zu befriedigen. Daher ist es uns in unsere Einrichtung sehr wichtig eine ansprechende gemütliche Atmosphäre zu schaffen, in der die Kinder ihre Mahlzeiten einnehmen können. Die Kinder haben in der Regel die Möglichkeit in Kleingruppen während des Freispiels zu Frühstücken. Gelegentlich z.B. an Geburtstage wird mit der gesamten Gruppe gefrühstückt.
Der Frühstücksbereich befindet sich in einer Ecke im Raum, so dass die Kinder beim Frühstück nicht durch das Gruppengeschehen gestört werden. Bei der Tischdeko z.B. Kerzen, Blumen usw.  beim Tischdecken und Abräumen ist die Mitwirkung der Kinder ein Bestandteil unseres Konzepts.  Die Kinder holen sich einen Teller und einen Becher und nach dem Essen stellen sie es auf die Spüle um den Tisch für andere Kinder frei zu machen. Einmal wöchentlich findet das gesunde Frühstück statt, dazu wird entweder ein Müsli von der Einrichtung vorbereitet oder die Eltern  bringen Lebensmittel (Liste) mit, die dann mit Hilfe der Kinder zubereitet werden.  Gerade das gemeinsame Essen und die Tischkultur eröffnen jedoch viele Bereiche in denen Kinder sich aktiv in die Nahrungszubereitung und die Gestaltung der Nahrungsaufnahme einbringen können. In unserer Einrichtung beginnen die Kinder früh Verantwortung für das eigene Essverhalten zu  übernehmen und stärken so ihre soziale Kompetenz. Sie erleben Selbständigkeit, Mitbestimmung und Verantwortung. In der Gemeinschaft macht es allen große Freude Nahrung zuzubereiten. An den übrigen Tagen sind die Eltern für das Frühstücksbrot der Kinder verantwortlich, dieses sollte abwechslungsreich, gesund und liebevoll vorbereitet sein.  Grundsätzlich sind Süßigkeiten, Schokobrötchen, usw. energiehaltige Getränke nicht erwünscht. Sollten die Kinder dennoch von zuhause ungesunde Lebensmittel mitbringen, bekommen sie eine Alternative von der Einrichtung. Um den Süßhunger zu befriedigen, können vollwertige Naschereien wie z.B. Trockenfrüchte, Studentenfutter, Honigbrote, verdünnte Säfte … angeboten werden.
Bei Feiern und Festen werden wir im Kindergarten Ausnahmen machen (der Geburtstagskuchen, eine Süßspeise und vieles mehr ist ebenso wie ein Grillwürstchen erlaubt). Trinken ist ebenso wichtig für die Kinder, die Getränke stellt die Kita zur Verfügung. So brauchen die Kinder von zuhause keine Getränke mitbringen. Die Einrichtung stellt Wasser,  Apfelschorle und Tee bereit. Die Kinder werden mehrmals im Tagesablauf motiviert und erinnert zu trinken (bei den Mahlzeiten, vor dem Morgenkreis, nach dem Sport usw.). Die Getränke sind immer sichtbar und erreichbar für alle Kinder.
Die Einrichtung bekommt das Mittagessen geliefert, der Essensplan hängt vor der Gruppentür, so erfahren Kinder, Eltern und Erzieherinnen schon im Voraus was es gibt. Das Essen besteht aus einer ausgewogenen, kindgerechten Hauptspeise und Nachtisch. Das Essen findet auf Gruppenebene statt und wird immer von 2 Erzieherinnen begleitet. Die Kinder sollen Spaß am Essen haben, sie probieren, müssen aber nicht aufessen, wenn sie etwas nicht mögen. Die Kinder werden immer wieder zum Probieren aufgefordert und motiviert. In der Gemeinschaft schmeckt es besser und es werden auch schon mal Dinge probiert die zuhause nicht angerührt werden. Die ruhige gemütliche Atmosphäre ist beim Mittagessen genauso wichtig wie beim Frühstück. Der Tisch wird von den Kindern und Erzieherinnen eingedeckt. Wir beginnen das Essen mit einem Tischgebet oder mit einem Lied und beenden die Mahlzeit gemeinsam. Nachmittags bietet die Kita eine Zwischenmahlzeit an. So gibt es Obst, Rohkost, Joghurt, Knäckebrot, Reiswaffel und natürlich genügend Getränke.
Es ist langfristig erfolgreicher, durch die Unterstützung von eigenen Aktivitäten, erlebten Erfahrungen, Spielangeboten jeglicher Art, Motivation, Freude, Lust und Wohlbefinden die kindlichen Ressourcen zu stärken als auf Defizite hinzuweisen und mit Verboten zu agieren.

„Die Ernährung ist nicht das Höchste im Leben, aber sie ist der Nährboden,  auf dem das Höchste gedeihen oder verderben kann“
Max. Oskar Bircher-Benner

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